Technopark „Kalibr“

Geschäftsumfeld für die Entwicklung von High-Tech-Unternehmen

Einer der führenden Technoparks Moskaus befindet sich auf dem Gelände der offenen Aktiengesellschaft „Kalibr“. Früher war das ein großes Spezialwerk für die Produktion von Meßgeräten, das 2017 sein 85. Jubiläum feierte. Im Jahre 2015 ist auf einem Teil des Werkgeländes der gleichnamige Technopark „Kalibr“ entstanden, wo sich heutzutage über 50 Unternehmen befinden. Insgesamt beherbergt die Plattform der offenen Aktiengesellschaft „Kalibr“ mehr als 200 Unternehmen. Die wichtigsten Entwicklungsrichtungen des Technoparks sind additive Technologien, unbemannter Verkehr und navigatorische Technologien, Telekommunikationstechnologien, Gerätebau und Metallbearbeitung sowie medizinische Forschungen.

Wir haben uns mit dem Vorsitzenden des Direktorenrates der offenen Aktiengesellschaft „Kalibr“ Michail Kogan unterhalten und herausgefunden, warum das Unternehmen den Beschluss gefasst hatte, auf dessen Gelände einen Technopark zu entwickeln, welche Ergebnisse erreicht wurden und wie die Zukunftspläne aussehen.

- Michail Aleksandrowitsch, erzählen Sie bitte über den Technopark. Was Bemerkenswertes gibt es daran nach Ihrer Ansicht?

- Wenn die Menschen zu uns kommen, wundern sie sich, weil sie hier tatsächlich funktionierende Betriebe finden, die zudem modern und hochtechnologisch sind. In unserem Technopark gibt es Unternehmen, die Verbrauchsmaterialien für 3D-Drucker herstellen oder verschiedene Produkte mittels des 3D-Drucks schaffen. Es gibt Mehrzweckproduktion mit vollautomatischen Wekrzeugmaschinen und Programmsteuerung, es gibt Unternehmen, die Technologien der virtuellen und erweiterten Realität für Autos anwenden, es gibt diejenigen, die nationale Elektromobile schaffen und im Grunde genommen einen neuen Markt des unbemannten Verkehrs bilden. Unser Technopark ist ein Ergebnis der von der Moskauer Regierung in den letzten Jahren geführten Politik. Rund vor fünf Jahren, als die Regierung die Entwicklung von Unternehmen und Unterstützung von Investitionen aktiv aufnahm, entstand die Frage, was man mit den Industriegebieten, die ungefähr 20% von der Gesamtfläche Moskaus betragen, anfangen konnte. Diese Gebiete verfügen über ein großes Potential. Man sollte denen nur neuen Antrieb geben, die fördern und Vergünstigungen für deren Entwicklung gewähren. Genau das dauert auch heute fort. Im Jahre 2014 traten wir als einige der ersten diesem Programm bei und seitdem beteiligen wir uns aktiv an allen Neuerungen.

- Erzählen Sie über besonders große Residenten. Worauf spezialisieren sich diese Gesellschaften?

Große Residenten sind im Rahmen jeder von unseren Branchenspezialisierungen vertreten. Zum Beispiel ist die ZAO „Synterra Media“ ein spezialisierter Mobilfunkbetreiber, der für die Verteilung von mehr als 75% Fernsehkanälen in Russland sowie mehr als 50% der Auslandsprogramme zuständig ist. Im Technopark ist ein eigenes Zentrum der Media-Logistik eingerichtet, von unserem Gelände aus werden internationale Sportevents und Veranstaltungen in ganz Russland und im Ausland übertragen. Im Bereich der additiven Technologien ist die Gesellschaft REC tätig, ein in Russland führender Produzent der Verbrauchsmaterialien für 3D-Drucken für verschiedene Industriebranchen. Schließlich hat einer der Residenten – die OOO „Elektrotransportnye technologii“ – ein Muster des Elektromotors geschaffen, der im Ausland nicht seinesgleichen hat. Dieses Unternehmen konstruiert auf dem Territorium des Technoparks Dreirad-Elektromobile für öffentliche Straßen sowie unbemannte Verkehrsmittel.

- Welche Vorteile haben Residenten, die hier lokalisiert sind?

- In erster Linie sind das Vergünstigungen und Präferenzen, die in der 38. Verordnung der Moskauer Regierung im Rahmen der Erhaltung vom Status eines Ankermieters angegeben sind. Dazu kommt noch privilegierte Finanzierung. Darüber hinaus bedeutet der Technopark ein Ambiente, ein Umfeld, wo wir sowohl Startups als auch große Unternehmen unterstützen. Wir arbeiten mit dem Moskauer Expocenter zusammen, organisieren Messebesuche für unsere Residenten, machen Werbung auf Stadtebene, helfen bei der Lösung von verschiedenen Fragen. Wir pflegen ständigen Kontakt zur Moskauer Regierung. Außerdem lenken wir besondere Aufmerksamkeit auf die Vorbereitung der Räumlichkeiten. Es geht um High-Tech-Unternehmen, die stets ihre besonderen Ansprüche haben. Wir geben uns Mühe, den Raum ausgehend aus den Bedürfnissen jedes Mieters zu renovieren. Wir haben unser eigenes Heizhaus mit zusätzlichen Abteilungen, wir kaufen ständig Strom ein, weil alle diese Unternehmen in der Regel viel Strom verbrauchen. Wir verfügen über Räumlichkeiten gemeinsamer Nutzung. Für diese Zwecke haben wir 2015 ein besonderes Gebäude – das Geschäftszentrum des Technoparks – errichten lassen.

- So viel wir wissen, planen Sie den Bau von noch einem Geschäftszentrum auf dem Gelände des Technoparks, nicht wahr?

- Genau, derzeit wird noch ein Gebäude mit der Gesamtfläche von 38 Tsd. Quadratmetern gebaut. Dort möchten wir einen größeren Coworking Space machen – das ist ein populärer Trend. Im ersten Stock wollen einen großen Konferenzraum für 300-400 Plätze einrichten. Das wird eine Etage mit transformierbaren Wänden sein. Die Wände wird man zusammen mit Verbindungslinien umstellen können.

- Haben Sie jetzt freie Flächen für potentielle Mieter?

- Derzeit sind freie Flächen auf dem Gelände des Technoparks nicht vorhanden. Trotzdem bereiten wir uns schon im Jahr 2019 auf das Einziehen von neuen Mietern vor. Es wurde ein Konzept genehmigt, laut dem diese Räume Innovationsunternehmen beherbergen werden. Das ist eine neue wichtige Etappe der langfristigen Entwicklung des Geländes.

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