IVFarma

Das biotechnologische Unternehmen «IVFarma», das im Moskauer Technopark «Slawa» lokalisiert ist, entwickelt Medikamente für die Behandlung der Unfruchtbarkeit des Menschen. Der Generaldirektor des Unternehmens, Doktor der Chemiewissenschaften, Michail Polsikow hat in einem Interview dem Moskauer Investitionsportal erzählt, wie ihre Produkte helfen, russische Ehepaare zu glücklichen Eltern zu machen.

– Michail, wie lange existiert das Unternehmen «IVFarma»?

– Das Unternehmen wurde 2012 gegründet, vor kurzem haben wir dessen sechsten Geburtstag gefeiert. Einerseits ist das eine kurze Frist für einen pharmazeutischen Start-up, aber andererseits haben wir inzwischen viel geschafft und sind stolz auf unsere Errungenschaften. Ich werde kurz erzählen, warum wir uns für diese Richtung entschieden haben. In diesem Jahr ist Louise Brown, der erste in vitro gezeugte Mensch, 40 Jahre alt geworden. Heutzutage sind bereits mehr als 5 Mio. lang ersehnte Kinder dank dieser Technologie auf die Welt gekommen. In Russland sind assistierte Reproduktionstechniken auch sehr gefragt, und die Anzahl von Fachkliniken und Zyklen der In-vitro-Fertilisation wächst von Jahr zu Jahr.

Derzeit beträgt das Mitarbeiterteam des Unternehmens 20 Menschen. Sie alle haben während der  Arbeit in wissenschaftlichen Forschungsinstituten in Russland, in IVF-Kliniken sowie in großen Pharmaunternehmen viele Erfahrungen gemacht.

– Welche Medikamente werden von Ihrem Unternehmen hergestellt?

– Unser erstes Medikament «Primapur®» ist das rekombinante follikelstimulierende Hormon des Menschen und wird in den IVF-Programmen zur Förderung der Eizellreifung im Frauenkörper benutzt. Das Medikament wird mit Hilfe der Gentechnikmethoden aus den Zellen des chinesischen Zwerghamsters in einem speziellen Bioreaktor erzeugt.

«Primapur®» hat präklinische Vergleichsversuche und  physikalisch-chemische Tests sowie eine Untersuchung unter Teilnahme der freiwillig engagierten Frauen, die sogenannte Untersuchung der Bioäquivalenz oder der I. Phase, erfolgreich bestanden. Zudem haben wir vor kurzem die besonders groß angelegte Untersuchung, die im Register des russischen Gesundheitsministeriums registriert wurde, im Bereich der Eierstockstimulation im IVF-Programm abgeschlossen. Die Untersuchung war darauf gezielt, die therapeutische Äquivalenz unseres Medikamentes und eines auf dem Markt bekannten westlichen Analogons statistisch zu beweisen. An der Untersuchung haben drei IVF-Kliniken in Moskau und im Moskauer Gebiet sowie 110 Ehepaare, denen die Therapie der Unfruchtbarkeit durch IVF-Methoden indiziert wurde, teilgenommen. Im November des vorigen Jahres wurde das erste Kind bei einem an unserer Untersuchung teilgenommenen Ehepaar geboren: Voh ihnen war gerade unser Medikament «Primapur®» zur Stimulation eingesetzt worden. Wir haben vor, Anfang des kommenden Jahres eine Genehmigung für den Verkehr von «Primapur®» auf dem Territorium der Russischen Föderation zu erhalten, was es uns ermöglichen wird, das erste inländische rekombinante follikelstimulierende Hormon des Menschen in einem bequemen Fertigpen, das vollständig in der Russischen Föderation entwickelt und hergestellt wird, auf den Markt zu bringen.

– Michail, und ist der Fertigpen auch Ihre Entwicklung?

– Ja, noch eine genauso wichtige Richtung unserer Entwicklungsarbeiten ist die Schaffung eines bequemen Injektors oder eines Fertigpens für die von Patientinnen selbstständig durchzuführende Injektion der Medikamentenlösung. Wir haben einen einzigartigen Fertigpen für Injektionen des follikelstimulierenden Hormons mit einer minimalen Schrittlänge der Änderung der zu injizierenden Dosis, die 5 internationalen Einheiten der Hormonaktivität gleich ist, geschaffen. Solche minimale Schrittlänge lässt den Facharzt für Reproduktionsmedizin die erforderliche Tagesdosis des Medikaments genauer bestimmen und individuell für jede Patientin anpassen.

– Welche neuen Medikamente werden derzeit ausgearbeitet, welche Untersuchungen werden durchgeführt?

– Selbstverständlich haben wir keine Absicht, nach der Entwicklung eines Medikaments aufzuhören, mag es auch um solch ein schwer gewinnbares Präparat wie follikelstimulierendes Hormon gehen, und wir entwickeln bereits andere biotechnologische Arzneimittel zusammen mit den Wissenschaftlern aus der Russischen Akademie der Wissenschaften und dem Gesundheitsministerium der Russischen Föderation. Wir hoffen, dass sie ihre Anwendung auf dem Gebiet der menschlichen Reproduktion finden werden. Zudem haben wir zusammen mit den Wissenschaftlern aus dem Sankt-Petersburger Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften angefangen, ein ganz neues und für die Forschung vielversprechendes Molekül für die Behandlung der männlichen und weiblichen Unfruchtbarkeit zu untersuchen. Da sind wir aber erst am Anfang eines interessanten Weges der Forschung und Entwicklung. Bei unserer Arbeit denken wir positiv: Wir glauben daran, dass wir in der Zukunft einer immer größeren Anzahl von Ehepaaren helfen werden, glückliche Eltern zu werden.

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